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Ihr NADORSTER EINBLICK am Mittwoch, 26. Juli 2017, um 03:34:30 Uhr

Nadorst: Gestern-Heute-Morgen ...

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Ausflug in die Geschichte:


Auf dem Gertrudenfriedhof ruht:
Johann Ludwig Mosle




Johann Ludwig Mosle, geboren 2.1.1794 in Varel – 24.10.1877 in Oldenburg.
Die Moslestraße in Oldenburg ist wohl allgemein bekannt.

Aber wer war dieser Mosle eigentlich?

Johann Ludwig Mosle besuchte 1808 das Gymnasium in Oldenburg und begann ein Studium der Rechte an der Universität in Straßburg. 1813 trat er in die preußische Armee ein. 1830 wurde er Hauptmann und zum Adjutanten des Großherzogs Friedrich August von Oldenburg ernannt.

Anschließend wurde er Kommandeur des 2. Oldenburgischen Infanterie- Regiments. Zeitweise war er auch als Diplomat und Gesandter in Frankfurt und Berlin eingesetzt.

Er macht sich aber auch einen Namen als Initiator des Hunte- Ems-Kanals (heute Küstenkanal).

1884 begannen die Arbeiten. Der Kanal sollte der Entwässerung, Kultivierung und Besiedelung der Hochmoore dienen. Außerdem war er auch der Namensgeber der Ortschaft Moslesfehn (1890).

Hätten Sie es gewusst?

(Text / Quelle / Foto: Hermann Menke)

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Auf dem Gertrudenfriedhof ruht:
August Schwartz





August Schwartz, geboren am 29. Mai 1837 in Dortmund – gestorben am 23. Mai 1904 in Oldenburg.

Er galt in Deutschland als Erfinder der illustrierten Postkarte. Am 16. Juli 1870 schickte er eine mit einer Holzschnittvignette versehene Postkarte zu seinem Schwiegervater W. Berndt und dessen Frau nach Magdeburg

Die bedruckte Bildpostkarte war geboren.

Hintergrund:
Im Jahre 1861 kam August Schwartz nach Oldenburg und machte seine Lehre in Buchhandel und Buchdruckerei.

1871 übernahm er selbständig die vom Großherzog von Oldenburg ernannte Hofdruckerei seines Schwiegervaters Wilhelm Berndt. Für Oldenburg druckte er außerdem das erste Stadtadressbuch.

Das Grab von August Schwartz auf dem Gertrudenfriedhof schmückt ein Findling, der ursprünglich in seinem Garten in der Rosenstraße lag.

Vom Künstler Harro Magnussen ist ein Reliefpotrait (siehe Foto) von August Schwartz am Findling angebracht.

(Text & Foto: Herman Menke)

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Auf dem Gertrudenfriedhof ruht:
Otto Mencke





Otto Mencke wurde am 22.3.1644 als Sohn einer Gelehrtenfamilie in Oldenburg geboren.

Hier besuchte er die lateinische Schule und später das Gymnasium zu Bremen. Danach entschied er sich für ein Philosophiestudium in Leipzig, 1664 erhielt er seinen Magister.

Drei Jahre später promovierte er und unterrichtete als Professor für Moral und Politik.

1682 brachte er in Leipzig die erste deutsche Gelehrtenzeitschrift heraus. Sie trug den lateinischen Titel „Acta eruditorum“. Die behandelten Themen gingen von Theologie, über Jura bis hin zur Mathematik.

Übrigens: Die Geschichte der Menckes lässt sich bis ins 19. Jahrhundert verfolgen.

Die Mutter des ersten Reichskanzlers, Otto von Bismarck, war Luise Wilhelmine Mencke.

So kann man sagen: „Ohne die Mencke hätte es keinen Bismarck gegeben.“

(kimi)

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Auf dem Gertrudenfriedhof ruht:
Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler





Geboren am 21. August 1821 in Bad Zwischenahn, finden sich die ersten Aufzeichnungen über ihn um 1852. Er studierte in Berlin, Paris und Gießen Medizin.

Die Gießener Universität verlieh ihm am 1. März 1855 ohne Doktorarbeit oder Leistungsnachweise, ja sogar in seiner Abwesenheit, den Doktortitel.

Danach studierte er weiter und beschäftigte sich mit dem Thema Homöopathie. Als er sich dann die Berufserlaubnis als Arzt aneignen wollte, holte ihn sein unrechtmäßiger Doktortitel ein. Ohne Studiennachweise und Abitur wurde sein Antrag auf die medizinische Staatsprüfung abgelehnt.

Bis 1857 holte er sein Abitur in Oldenburg nach. Er wurde dann doch noch zur Staatsprüfung in Medizin zugelassen, fiel jedoch durch.

Mit einer Unterschriftensammlung erlangte er dann die Berufserlaubnis – zum großen Teil wohl aber aufgrund seiner Versicherung, ausschließlich homöopathisch zu behandeln.

Nach 15 Jahren als praktizierender Arzt der Homöopathie entwickelte er eine Therapie, bei der er unter Einsatz verschiedener potenzierter Salze Krankheiten heilen konnte.

Die Therapie mit den sogenannten „Schüßler-Salzen“ wurde medizinisch nie wirklich anerkannt. Doch Krankheit ist auch Kopfsache, daher gibt es viele Befürworter dieser Mineralsalze, die seine Therapie auch heute noch anwenden und an heilsame Wirkung glauben.

Schüßler blieb bis zu seinem Tod Junggeselle und starb am 30. März 1898. Er wurde auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg begraben.

(map)

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Aus den Chroniken des Lindenhofsgarten:


(„Der Lindenhof zu Oldenburg“, von Wilhelm Korte. Zur Verfügung gestellt von Heinz & Anke Übelhack – Lindenhofsgarten, Nadorster 87)





[...] Eine besondere verkehrstechnische Errungenschaft war die Oldenburger Pferdebahn. Die erste Strecke verband den westlichen Stadtteil mit dem Bahnhofsviertel. Später verlief auch eine Zweiglinie über den Pferdemarkt zum Lindenhof.

Ein Schmuckstück der Nadorster Straße muss vor dem ersten Weltkrieg der Garten des Lindenhofes mit seinem alten Baumbestand gewesen sein. Seit der Erbauung des Gasthofes (um 1840) waren damals immerhin 70 Jahre vergangen. Die von den ersten Besitzern geschaffenen Gartenanlagen, insbesondere die gepflanzten Bäume konnte also bereits auf ein Menschenalter zurückblicken.

[...] In der äußersten Ecke des (ehemaligen) Kinovorplatzes befand sich eine Terrasse, auf der an schönen Sommertagen die Infanteriekapelle unter Kapellmeister Ehrich konzertierte. Die Bewohner der benachbarten Häuser kamen auf diese Weise bei geöffneten Fenstern ebenfalls in den Genuss der musikalischen Darbietung [...]

(Anmerkung der Redaktion: Diese schöne Tradition wurde übrigens am 3. Nadorster Erlebnistag mit dem Konzert des Blasorchesters „Takt & Töne“ erfolgreich wiederbelebt! Eine schöne Idee der jetzigen Wirtsleute vom Lindenhofsgarten, wie wir finden.) (axl)

Man muss im alten Oldenburg keine Bedenken getragen haben, auch Hunde, die man auf den Spaziergängen mitgeführt hatte, mit in die Lokale und Konzerte zu nehmen. […] Z.B. Der Wirt Bargmann im Ziegelhof ersuchte damals seien Gäste (extra), zum Besuch des Konzertes im Saal doch bitte ohne Hunde zu kommen …

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Von der Sandentnahmestelle zum Stadtteilbad





Wie viele vielleicht nicht wissen, hat das Freibad Flötenteich eine auf Kriegszeiten zurückgehende Geschichte.

1940 brauchte man für eine Umgehungsstraße eine Sandentnahmestelle. Das Gewässer, das dabei entstand, nannte man erst „Nadorster Teich“ und später dann „Flötenteich“.

An heißen Sommertagen wurde der Flötenteich von bis zu 3000 Schwimm- und Planschfreudigen besucht. Aus diesem Grund wurde 1947 ein Bademeisterhäuschen und Umkleidekabinen gebaut.

Da der Bürgerverein Nadorst-Bürgeresch forderte, den Flötenteich zu einer Badegelegenheit für die Bürger im Stadtnorden herzurichten, wurde 1955 ein 25 x 25 Meter großes Betonbecken eingeweiht.

Im Sommer 1961 sollen hier 6000 Badegäste zusammen gekommen sein. Es folgten immer wieder Erweiterungen und Sanierungen. 1964 baute man Schwimm- und Springbecken. Das Kinderbad mit Rutsche wurde 1980 eingeweiht.

Nach einer großen Sanierung im Jahr 1993 bescherte der Sommer 1994 rekordverdächtige Besucherzahlen. Und auch mit der neuen Attraktion „Watersplash“, Wasserkatapult und Weltneuheit, behält das Freibad Flötenteich den Charme und Charakter eines Stadtteilbades.

Die Sommersaison im Freibad am Flötenteich beginnt voraussichtlich am 22. Mai 2011. Also nichts wie hin und ab ins kühle Nass! (kim)

(Wir bedanken uns nochmal bei Kim König für diesen Artikel im Rahmen ihres Praktikums im letzten Jahr.)

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Die Sage des Gertrudenfriedhofs



Der heutige Gertrudenfriedhof war 1345 ursprünglich für unheilbar und ansteckend Kranke ein siechenhaus mit Friedhof vor den Toren der stadt.

Ab dem 17. Jahrhundert ließen sich auch wohlhabende Bürger dort begraben, da sie ihre letzte Ruhe in der Natur und fernab von dem städtischen Treiben finden wollten. 1649 erhielt der Friedhof eine Mauer mit Eingangstor. Die große Linde auf dem Friedhof soll der Sage nach an ein zu Unrecht verurteiltes Mädchen erinnern.

Man erzählt, dass vor vielen hundert Jahren der Sohn eines Bürgerhauses ein Auge auf die Dienstmagd geworfen hatte und ihr nachstellte. Da sie ihn aber nicht erhörte, stahl er ein wertvolles Schmuckstück seiner Mutter und versteckte es im Koffer des armen Mädchens. Nachdem es bei ihr gefunden wurde, wurde sie zum Tode verurteilt und vor der Stadt hingerichtet.

Auf dem Weg dorthin riss das arme Mädchen einen Zweig von einem Baum und sprach: „Ich sterbe unschuldig. Pflanzt diesen Zweig verkehrt auf mein Grab, und so gewiss wie er wachsen wird, so wahr bin ich schuldlos.“

Der Zweig wuchs und streckte sich nach oben. Da erkannten alle, dass das Mädchen unschuldig war. Dem jungen Mann, der ihren Tod verschuldet hatte, ließ das Gewissen keine Ruhe. Er wünschte sich den Tod und bat auf seinem Grabstein die Worte zu meißeln: „O, ewich is so lanck!“. Diese Worte stehen heute als Mahnung am Eingang des Kirchhofs.

Die Kapelle zur Heiligen Gertrud ist aus dem Jahr 1428 und damit das älteste Gotteshaus der Stadt. Nach einer Beurkundung wurde sie zur öffentlichen Kapelle mit regelmäßigem Gottesdienst. Der Rundgang über den Friedhof ist gleichzeitig ein Gang durch die Geschichte, denn hier liegen viele bekannte Künstler, Schriftsteller, Schauspieler und Unternehmer begraben. (kim)

(Quelle: http://www.alt-oldenburg.de/plaetze/gertrudenkirchhof/)

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Über 160 Jahre: Alle für einen, einer für alle !



Die Nadorster Feuerversicherung, die 2009 ihr 160-jähriges Jubiläum feierte, hat es über die Jahrzehnte mit persönlicher Betreuung vor Ort und fairen Beiträgen geschafft, bis heute ihren Versicherungsvereinsmitgliedern kompetent zur Seite zu stehen. Das exakte Gründungsdatum der Nadorster Feuerversicherung war übrigens der 28. Oktober 1849.

Am Gründungstag der „Nadorster Feuer“ hat der damalige Schulmeister Ahlers aus Nadorst 52 Männer zusammen gebracht. An diesem Abend im Herbst wurde in Hilbers Wirtshaus über die Gründung einer Versicherung gegen Feuer gesprochen. Versicherungen waren zur damaligen Zeit noch die Ausnahme und wurden meistens als Vereine gegründet.

Das Prozedere: Von den Anwesenden wurde zum Ausdruck gebracht, dass in der Landgemeinde Oldenburg das lebende und tote Inventar versichert werden soll. Zu fortgeschrittener Stunde wurde noch ein Schluck miteinander getrunken; dann gingen alle „neuen Mitglieder der Versicherung“ nach Hause.

So einfach war das damals! Die Mitglieder kamen in den folgenden Jahren immer wieder zusammen und die Gemeinschaft wurde immer größer – und das bis heute.

Zu früherer Zeit war die „Nadorster“ eine reine Feuerversicherung; heute ist sie auch eine moderne Sachversicherung. (axl)

Kontakt: Nadorster Straße 168, Telefon: 0441-82058

(Quelle: http://www.nadorster-feuer.de/historie.html)

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Hätten Sie es gewusst? Der am 31. Juli 1894 geboren, expressionistische Maler und Grafiker Fritz Fuhrken hatte seine Wurzel in Nadorst.

Fuhrken verbrachte seine Kindheit zunächst in Nadorst, dann in Munderloh und schließlich ab seinem 6. Lebensjahr in Stickgras.

Weitere Stationen seines Lebens: Einschulung 1901, Besuch des Lehrerseminar in Bremen, 1. Weltkrieg, 15-monatige Gefangenschaft in Großbritannien, Gründung der Künstlergemeinschaft „Der Fels“ (1921-1927), Studium an der Kunstakademie Kassel von 1925 bis 1927, 18. Juli 1943, wählte er in Hesdin, im Departement Pas-de-Calais, den Freitod. (Bild/Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Fuhrken)

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Es war einmal und ist noch immer: „Der Lindenhofsgarten!“

… ein Gastwirt, der um seine Bierkonzession kämpfen musste, eine Zollstation und Wegegeldhebestelle, ein Platz auf dem Konzerte gegeben wurden.

Aus der Chronik des Lindenhofsgarten: Ein echtes Schmuckstück der Nadorster muss vor dem ersten Weltkrieg der Garten des Lindenhofes mit seinem alten Baumbestand gewesen sein. Seit der Erbauung des Gasthofes (um 1840) waren damals immerhin 70 Jahre vergangen.

Die von den ersten Besitzern geschaffene Gartenanlage, insbesondere die gepflanzten Bäume konnten also bereits auf ein ganzes Menschenalter zurückblicken …

… in der äußersten Ecke befand sich eine Terrasse, auf der an schönen Sommertagen die Infanteriekapelle unter Kapellmeister Ehrich konzertierte. Die Bewohner kamen so kostenlos in den Genuss der musikalischen Darbietungen …

Der Tradition folgend wird auch heute noch im Lindenhofsgarten musiziert. (siehe Bericht über Christian Rannenberg in diesem Heft) Fortsetzung folgt …

(Quelle: Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Familie Übelhack aus; „Die Chroniken vom Lindenhofsgarten“, zusammengetragen von Wilhelm Korte.)



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Nadorst damals, Nadorst heute:


Die Nadorster Straße erhielt ihren heutigen Namen erst in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.

Die vorher als Friesische Heerstraße bezeichnete älteste Verbindung der Stadt Oldenburg in Richtung Norden führte zum Kloster Rastede.

Sie verlief vom Getrudenfriedhof aus durch unbewohntes Heidegebiet zum geistigen Zentrum der damaligen Grafschaft.

Die ersten Ansiedlungen an der Straße erfolgten ab etwa 1650.

Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts hat sich die Nadorster Straße dann mehr und mehr zu einer abwechslungsreichen Geschäftsstraße entwickelt. (axl)

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Es war einmal in Nadorst … es war einmal ein Kino.

Viele der jüngeren Nadorster werden es gar nicht mehr wissen, dass in der Nadorster Str. 87/88, dort wo heute Richter’s Billard- & Dartcenter zum Billard- & Dartspielen einlädt, es bis zum Jahr 1978 ein Kino gab.

Der Name lautete: „Capitol im Lindenhof“ und wurde bis zu seiner „Pensionierung“ von Karl Born betrieben. Born hatte es ca. 1969 gepachtet und die Sitzanzahl für mehr Beinfreiheit und Komfort auf 511 reduziert.

Davor gehörte der Lichtspielpalast der Capitol GmbH von Heinrich Hanenkamp, der es wiederum von der Erbengemeinschaft von August Peer übernommen hatte.

Doch die Geschichte des Kinos geht noch weiter zurück.

Das Kino das am 29. August 1952 unter dem Namen „Lindenhof-Lichtspiele“ seine Pforten öffnete, hatte 700 Plätze und war das dritte Lichtspielhaus von August Peter und Alfred Osterhaus, die auch die „Oldenburger Lichtspiele“ und die „Schauburg- Lichtspiele“ betrieben.

„12 Uhr mittags“ mit Gary Cooper wird wohl einer der ersten Filme gewesen sein, die damals noch in schwarz/ weiß, über die Leinwand flimmerten …

Good old times! (axl)

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